9 Möglichkeiten, die Geburt sanft in Gang zu bringen
Christine Clausen
Du hast deinen errechneten Termin erreicht. Oder vielleicht bist du schon ein bisschen darüber. Der Körper fühlt sich schwer an, die Tage werden lang, und Freundinnen, Freunde und Familie fragen: “Passiert schon etwas?”. Hier bekommst du 9 natürliche, ruhige und wirksam sanfte Wege, deinen Körper beim Start der Geburt zu unterstützen. Nichts Gefährliches, nichts Drastisches. Nur Unterstützung für das, was dein Körper bereits von selbst tut.
1. Bewegung: Geh kleine Spaziergänge und nutze die Schwerkraft
Wenn du dich bewegst, bewegt sich auch dein Baby. Es geht nicht um Sport (du brauchst deine Energie noch für die Geburt), sondern um Rhythmus und Bewegung.
- Geh kurze Spaziergänge
- Kippe und kreise dein Becken
- Nutze Treppen in deinem eigenen Tempo
- Setz dich auf einen Gymnastikball für Schwangere und mach kleine Kreise
Das hilft deinem Baby, tiefer ins Becken zu kommen, und kann leichte Reifungswehen anregen.
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2. Wärme und Entspannung – gib deinem Körper Raum loszulassen
Oxytocin, das Liebeshormon, ist das allerwichtigste Hormon während der Geburt. Wärme signalisiert dem Körper Ruhe und Sicherheit, und genau das liebt Oxytocin.
- Ein warmes Bad
- Eine warme Dusche über dem unteren Rücken
- Ein Fußbad, gern mit deinem Lieblingsöl
- Decken, Wärme und gedämpftes Licht
Angespannte Muskeln können den Prozess zurückhalten. Wärme hilft den Muskeln, loszulassen
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3. Oxytocin-Boost: Massage, Nähe und Liebe
Oxytocin ist das Hormon, das Wehen beginnen lässt und sie regelmäßiger macht. Es wird ausgeschüttet, wenn du:
- berührt wirst
- dich sicher fühlst
- deinem Partner oder deiner Partnerin nah bist
- lachst, umarmt wirst oder eine Massage bekommst
Eine Hand am unteren Rücken oder eine sanfte Massage durch deinen Partner oder deine Partnerin kann in den letzten Tagen einen riesigen Unterschied machen.
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4. Sex: Ganz natürliche “Hilfe für den Körper”
Ja, Sex kann tatsächlich helfen, die Geburt in Gang zu bringen!
Darum kann Sex wirken:
- Sperma enthält Prostaglandine → sie unterstützen die Reifung des Muttermundes
- Ein Orgasmus setzt viel Oxytocin frei → das Hormon, das die Wehen steuert
- Nähe und Berührung lassen den Körper entspannen und setzen Oxytocin frei
Es muss weder kompliziert noch anstrengend sein. Sanfte Berührungen, Nähe und Wärme können völlig ausreichen.
Und keine Sorge: Sex kann das Baby nicht “drücken”. Dein Baby ist gut geschützt.
5. Natürliche Stimulation des Körpers
Es gibt ein paar kleine, milde Dinge, die viele Schwangere nutzen:
Geburtsvorbereitender Tee (Himbeerblatt)
Unterstützt die Gebärmuttermuskulatur und die Reifung. Er leitet die Geburt nicht ein, kann aber zu besseren, effektiveren Wehen beitragen, wenn sie beginnen.
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Sanfte Brustwarzenstimulation
Sie kann nachweislich Oxytocin erhöhen. Mach es nur sanft und nur, wenn es sich richtig anfühlt.
Scharfes Essen oder Ingwer
Kein Wundermittel, kann aber Aktivität und Wärme im Körper schenken.
6. Eipollösung: Wenn du fachliche Hilfe möchtest
Eine Eipollösung ist eine manuelle Methode, bei der die Hebamme die Eihäute leicht vom Gebärmutterhals löst. Das kann Prostaglandine stimulieren, die körpereigenen Reifungshormone, und sehr wirksam sein. Aber nur, wenn dein Körper wirklich bereit ist.
Wichtig zu wissen:
- sie wirkt nur, wenn der Körper bereits bereit ist
- sie startet eine Geburt nicht allein
- sie kann unangenehm sein, und es kann zu einer leichten Schmierblutung kommen
- sie ist zu 100% freiwillig
- du kannst weiterhin zu Hause gebären, auch wenn du eine Eipollösung hattest
Deine Hebamme kann dir helfen herauszufinden, ob eine Eipollösung etwas für dich ist.
7. Ruhe, Sicherheit und Selbstfürsorge
Wenn du das “jetzt muss es passieren!” loslässt, gibst du deinem Körper die besten Voraussetzungen, die Geburt tatsächlich zu starten. Ja, das ist schwer, aber versuch:
- eine Serie zu schauen
- ein Fußbad zu nehmen
- entspannende Atemübungen zu machen
- etwas Schönes für dich selbst zu tun - du hast Verwöhnung verdient ❤
- positive Affirmationen zur Geburt zu wiederholen
Nutze Affirmationskarten für mentalen Fokus
Affirmationskarten können in der Wartezeit Ruhe, Selbstvertrauen und eine sanftere innere Haltung schenken. Wenn die Gedanken anfangen zu kreisen oder du ungeduldig wirst, kann eine Karte eine liebevolle Erinnerung daran sein, dass dein Körper bereits arbeitet. Und dass du dem Prozess vertrauen darfst.
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Wartezeit ist Arbeit. Dein Körper ist aktiv, auch wenn es sich still anfühlt.
8. Geburtsvorbereitende Akupunktur
Akupunktur wird von vielen Hebammen als natürliche, ruhige Möglichkeit genutzt, den Körper vor der Geburt zu unterstützen. Kleine, dünne Nadeln werden gezielt gesetzt, um:
- die Durchblutung der Gebärmutter zu verbessern
- Körper und Nervensystem zu entspannen
- die körpereigene Produktion von Oxytocin und Endorphinen zu steigern
Das tut nicht weh. Die meisten beschreiben es als Gefühl von Wärme oder Schwere im Körper. Akupunktur kann den Körper in seiner natürlichen Reifung unterstützen und die Wehen effektiver machen, wenn sie beginnen. Viele Hebammen bieten geburtsvorbereitende Akupunktur an.
9. Rebozo: tiefe Entspannung und Unterstützung für Babys Weg ins Becken
Rebozo ist eine traditionelle mexikanische Technik, bei der ein langes Tuch für sanftes Wiegen, Dehnen und Entspannen von Becken und Rücken genutzt wird.
Das kann helfen:
- Spannungen im Beckenboden zu lösen
- dem Baby mehr Platz zu geben, um eine gute Position zu finden
- Beschwerden im unteren Rücken zu lindern
- tiefe Ruhe im Körper zu schaffen (und damit Oxytocin zu unterstützen)
Rebozo kann von deinem Partner, deiner Partnerin, einer Doula oder Hebamme angewendet werden. Die ruhigen, rhythmischen Bewegungen fühlen sich unglaublich sanft an, wie eine kleine Pause mitten in der Wartezeit. Und sie können eine sehr schöne Unterstützung vor der Geburt sein.
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Gymnastikball für Schwangere – hilft dem Baby nach unten und schafft mehr Platz
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Geburtsvorbereitender Tee – unterstützt die Reifung der Gebärmutter
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Lavendel-Wärmekissen – Ruhe, Wärme und Entspannung
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Affirmationskarten – stärken Sicherheit, Fokus und deine innere Haltung zur Geburt
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Und liebe Mama, denk daran...
Der errechnete Termin ist keine Deadline.
Er ist eine Schätzung.
Du bist nicht zu spät. Du bist auf dem Weg.
Das Baby kommt an seinem Geburtstag. 😉
Dein Körper arbeitet ruhig und stetig. Bald hältst du dein Kind in den Armen. ❤